16.03.2018 Mein Auto - Meine Daten. Welche Daten erhebt ein modernes Auto eigentlich?

Daten sammeln in Automobilen

Wem gehören die Daten, wenn ich im Auto unterwegs bin?

Mobile Daten - Wem nützt es? Wem schadet es?

In modernen Automobilen werden schon jetzt Bewegungs- und Kommunikationsdaten erhoben, verarbeitet, ggf. weitergeleitet und genutzt. Das sind unter anderem folgende Informationen:

» Das Fahrverhalten des Fahrers, wie z.B. Beschleunigungswerte, Bremsverhalten, Schnelligkeit 
» Die Fahrziele und die komplette Route der Fahrt mit allen Zwischenstops
» Die SMS- oder Telefondaten, sofern der Service genutzt wird.
» Der jeweilige Kilometerstand des Fahrzeugs
» Die durch die Bewerbung entstehenden Geo-Daten und Bewegungsmuster.

Mit diesen personenbeziehbaren Daten, die dem Auto und damit einem engen Kreis von Betroffenen zugeordnet werden können, ergeben sich vielfältige Möglichkeiten. Positive, wie negative. Schon vor fast zwei Jahren gab der VW-Chef Winterkorn ein klares Statement ab. "Das Auto darf nicht zur Datenkrake werden." sagt er bei der Eröffnung der weltgrößten Computermesse. Es ist notwendig "eine Art Selbstverpflichtung der Automoblindustrie" zu schaffen", um die Sicherheit, Komfort und Einsparungen zu erhöhen, aber gleichzeitig keine Nachteile für die Kunden zu erzeugen, wie z.B. Bevormundung oder finanzielle Einbußen.

Wie bei allen neuen Technologien wird die Akzeptanz der Bevölkerung nur dann gelingen, wenn  

Vorteile

  • Erhöhung der Verkehrssicherheit - weniger Unfälle
  • Steigerung des Komforts durch Unterstützung des Fahrers
  • Weniger Staus, schnelleres und sparsameres Reisen wird möglich
  • Geringere Kosten durch frühzeitige Erkennung von Materialfehlern
  • schnellere Abwicklung von Reparaturen durch Erkennung und Meldung von defekten Bauteilen.

Nachteile

  • Unerlaubter Zugriff auf personenbezogene Daten und damit Angriff auf die Selbstbestimmung des Menschen
  • Profilbildung von Daten für andere Zwecke, wie z.B. die Bildung einer Zweiklassengesellschaft
  • Hackerangriffe auf Autos und damit die Möglichkeit, in die Steuerung der Autos einzugreifen

Wie bei allen anderen Technologien, die Zugriff auf personenbezogene Daten haben, sind auch in diesem Fall die Grundsätze des Datenschutzes anzuwenden, damit ein gesetzeskonformer Einsatz erfolgen kann. Die Automobilhersteller sollten im eigenen Interesse die vorhandenen Grundsätze in die Praxis umsetzen, wie z.B. 

Erlaubnis

  • Ist dem Autofahrer vor der Inbetriebnahme transparent darstellt worden, welche Daten gesammelt werden, an wen seine Daten weitergegeben werden, wer darauf Zugriff hat und hat der Fahrer die Erlaubnis erteilt? Kann er die Erlaubnis jederzeit wieder mit angemessenem Aufwand entziehen?

Datensparsamkeit

  • Werden nur so viele Daten wie notwendig erhoben? 

Datenvermeidung

  • Gibt es klare Regelungen, wann die Daten wieder von wem gelöscht werden?

Auskunftsrechte

  • Wie werden Auskünfte und Löschungen der personenbezogenen Daten gehandhabt? An wen wendet sich der Autobesitzer, wenn er Fragen hat? 

Zweckbindung

  • Wie wird sichergestellt, dass Daten nur für den erklärten Zweck genutzt werden?

Technische und organisatorische Maßnahmen

  • Wie wird technisch und organisatorisch sichergestellt, dass kein Missbrauch der Daten stattfinden kann?

In einer europäischen Studie kam der Automobilweltverband Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) zu dem Ergebnis, dass 90% aller europäischen Autofahrer die Datenhoheit über ihre eigenen Daten haben wollen und jederzeit bestimmen wollen, wann die Übertragnung abgeschaltet wird. Knapp 80% wollten den Service-Provider ihres Vertrauens auswählen.

Der ADAC unterstützt die Initiative "My Car My Data". Eine allgemeine Information dazu findet man hier. Die offizielle Seite zum Portal finden Sie unter www.mycarmydata.eu.

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